Junger Weißer Hai in Montenegro gefangen
FISCHER Gojko Mitrović hat gestern dem Institut für Meeresbiologie der Universität Montenegro Fotos eines jungen Weißen Hais vorgelegt, den er 12 Kilometer vor der montenegrinischen Küste in einer Tiefe von 115 Metern gefangen und freigelassen hat.
Diese Art lebt ursprünglich in der Adria und im gesamten Mittelmeerraum, ihre Bestände sind jedoch auch heute noch deutlich geringer als früher.
Der Weiße Hai (Carcharodon carcharias) ist eine der bekanntesten Tierarten der Welt und die Population im Mittelmeerraum gilt als vom Aussterben bedroht. Vorkommen dieser Art in Mittelmeerländern sind sehr selten und werden in der wissenschaftlichen Literatur oft einzeln erfasst.
„Angriffe sind extrem selten“
Nach Angaben des Instituts ist dies erst der dritte registrierte Fang in montenegrinischen Gewässern in den letzten fast 30 Jahren. Das letzte Vorkommen eines jungen Individuums in der Adria wurde 2023 in Kroatien registriert.
„Obwohl erwachsene Weiße Haie eine potenzielle Bedrohung für den Menschen darstellen können, sind Angriffe äußerst selten. Die Angst der Menschen vor potenziell gefährlichen Tieren ist verständlich, aber mit genauen Informationen ohne Sensationsgier wird klar, dass die Häufigkeit von Hai-Angriffen auf Menschen im Vergleich zu vielen anderen Tieren, einschließlich denen, denen wir täglich begegnen, deutlich geringer ist“, schreibt das Institut.
In Montenegro wurde Mitte des 20. Jahrhunderts nur ein einziger Hai-Angriff auf einen Menschen registriert. An der östlichen Adriaküste sind Angriffe äußerst selten, der letzte tödliche Angriff ereignete sich 1974 in Kroatien.
Der letzte nicht tödliche Angriff wurde 2008 in der Nähe der Insel Vis registriert, als ein Weißer Hai einen Taucher angriff, der einen gefangenen Fisch trug. Zwischen den beiden Angriffen liegen mehr als 30 Jahre.
Die Italiener haben jahrelang danach gesucht, aber keine gefunden
In den meisten Mittelmeerländern, darunter auch Montenegro, ist die gezielte Jagd auf Weiße Haie verboten.
Eine aktuelle Studie italienischer Kollegen in der Adria und anderen Teilen des Mittelmeers versuchte, einen Weißen Hai zu finden und zu markieren. Trotz jahrelanger Versuche wurden keine aufgezeichnet.
Weiße Haie, Rochen und Chimären bzw. Knorpelfische gehören zu den am stärksten gefährdeten Wirbeltiergruppen der Welt. Mehr als ein Drittel der Arten dieser Gruppe sind vom Aussterben bedroht.